Meine Rosengärten

Meine erste Begegnung mit einem besonderen Rosengarten war in Löhndorf bei Bonn. Löhndorf gehört zur Gruppe der Rosendörfer.

Königinnen der Blumen stehen in voller Blüte Löhndorf. Ein Festival der Farben und Düfte ist im Rosendorf Löhndorf zu erleben. Viele Tausend Rosen, mehr als 100 Sorten, haben die Löhndorfer Rosenfreunde in den öffentlichen Beeten und entlang der Straßen gepflanzt. Das ganze Dorf erstrahlt dadurch in einer bunten Blütenpracht.

Aber auch immer mehr Bürger schließen sich der Idee des Rosendorfes an und bepflanzen mit viel Liebe passend ihre privaten Vorgärten. Rosen als Königinnen unter den Blumen auf der Erde blühten schon vor Jahrtausenden. Sie waren längst vor den Menschen da. Forscher fanden sie in den tiefen Erdschichten des Tertiärs und des Quartärs. Als die Menschheitsgeschichte heraufdämmerte und die ersten Erdenbewohner begannen, Kulturen anzulegen, waren auch die Rosen dabei.

Bereits im Jahr 795 erließ Karl der Große das "Capitulare des Villis" zur Gestaltung von Herrengärten. Er beschrieb, wie Rosen zu kultivieren seien. Ursprünglich hatten sie nur einfache Blüten mit fünf Blättern. Durch Züchtungen zeigen sie sich heute in einer unglaublichen Farben- und Artenvielfalt. Es ist also kein neues Hobby, das die Löhndorfer für sich entdeckt haben. Sie haben es vor Jahren neu aufleben lassen, um ihr durch viele Fachwerkhäuser romantisches Dorf noch lebenswerter zu machen – und sind heute offizielles Rosendorf.

Nach Löhndorf begann ich, mich mit Rosengärten weiter zu beschäftigen und ich habe bereits einige der Schönsten besucht.

Hier ist eine kleine Liste meiner Favoriten.

Kissikissi Nick Joe Heidelberg

Kissikissi Nicks englische Rosengarten-Favoriten

Rosengarten von Kissikissi aus Heidelberg

Barnsley House

Rosemary Verey, welcher Gartenenthusiast kennt diesen Namen nicht?? Eine der bedeutendsten englischen Gartengestalterinnen, jetzt schon Legende, die leider im Mai 2001 verstarb, mit einer großen Vorliebe im Herzen für die Schönheit der winterlichen Gartenpracht war dort mit ihrer Familie viele Jahrzehnte lang zuhause.

Wir hatten das Glück, 1998 die zierliche alte Lady anlässlich eines Gartenbesuchs noch persönlich kennen zu lernen. Mit jugendlicher Frische führte sie unsere Gruppe stolz durch ihr Anwesen und beantwortete liebenswürdig und mit viel Humor unsere Fragen.

Barnsley House in Gloucestershire war bereits seit dem 17. Jahrhundert im Familienbesitz ihres Mannes. David, der Architekturhistoriker und Rosemary, Mutter von 4 Kindern und eine enthusiastische Gartenliebhaberin ergänzten sich vortrefflich bei der Gestaltung des Anwesens. Sie legte u.a. in den 70ger Jahren den Knotengarten an, geformt nach historischen Vorbildern aus Buchs und Gamander, flankiert in den vier Ecken durch raffinierte Ilexskulpturen. Er entdeckte z.B. einen verfallenen alten Tempel ganz in der Nähe im Fairford Park. Es wurde ihm gestattet, diesen im eigenen Garten wieder im alten Glanz erstehen zu lassen. In winterlicher Atmosphäre ein bezaubernder melancholischer Anblick am Seerosenteich. Als Wahrzeichen von Barnsley House gelten auch die 8 beschnittenen Eiben im Eingangsbereich.

Hadspen Garden

Es war einmal ein nettes Ehepaar aus Kanada, Nori und Sandra Pope, das damals nur englische Gärten besichtigen und die gewonnenen Erkenntnisse in ihrer Heimat in der eigenen Gärtnerei verwenden wollte. Doch im Leben kommt es oft anders, als man denkt. Als sie zufällig erfuhren, dass Hadspen House aus dem 18. Jahrhundert in Somerset zu pachten war, überlegten sie nicht lange und zogen 1987 ganz nach England. Das etwas verwahrloste Anwesen lockte irgendwie und bot außerdem die Möglichkeit, neue Wege in der Gartengestaltung zu gehen, bzw. ungewöhnliches Design auszuprobieren. Ein günstiges Kleinklima schaffte die bereits vorhandene 750 Meter lange und 3 Meter hohe alte, das Grundstück umgebende Steinmauer.

Sandra und Nori hatten die Idee, monochrome Farbverläufe in die zukünftige Gartengestaltung zu integrieren. Diese ungewöhnliche Art der Borderbepflanzung ging auf und erregte sehr schnell Aufmerksamkeit bei Gartenliebhabern, auch außerhalb Großbritanniens. Die gesamte Konzentration lag damit auf Wirkung der einzelnen Farben im kühlen Morgen- oder im abendlichen Dämmerlicht bzw. in der strahlenden Mittagssonne.

Dieses Anwesen lässt keine Wünsche offen, selbst die feinsten Farbnuancen spürt man hier als liebevolles Detail auf. Anregende Bepflanzungen für schattige Bereiche in fast grüner Struktur finden Sie hier ebenso. Der starke optische Anreiz, nach dem Besuch hier im heimischen Garten die persönlichen Lieblingsfarben zu optimieren ist riesengroß und gewollt.